Archiv der Kategorie: Traditionelle Techniken

Autor: Michael Ruf

Spielbogen

Die Kollegin wünschte sich vor ihrem Abschied in die Babypause einen Spielbogen. Dem Wunsch kam ich gerne nach.

Ich suchte ein paar Bretter aus Esche heraus, weil es ein zähes und optisch interessantes Holz ist.
Die einzelnen Teile wurde mit Kreissäge und Hobelmaschine auf Format gebracht. Die Herausforderung bei diesem kleinen Projekt war die Eckverbindung, wo drei Teile miteinander zu verbinden waren.

Ich entschied mich dafür, die Beine zu überblatten und das horizontale Teil hindurchzuzapfen. Der Zapfen erhielt seinerseits einen konischen Schlitz, in den ein Keil eingepasst wurde.

Die Beine wurden konisch gehobelt und alle frei liegenden Kanten wurde abgerundet. Damit die Beine nicht „die Grätsche“ machen, wurden sie unten mit einem Schnürsenkel verbunden. Als Werkzeug kamen u.a. DICTUM Schweifhobel und -Hobel, Ziehklingen, Stemmeisen, Feilen und Schleifleinen sowie ein Holzspiralbohrer mit Aufsteckversenker zum Einsatz. Das Oberflächenfinish erfolgte mit Danish Oil.

Autor: Peter Gwinner
Autor: Max Tippner

Voliere für Prachtfinken old-fashioned way

Für diese weitgehend unelektrisch gebaute Zimmervoliere wurden ca. 230m Weidedrahtzaun von Hand eingezogen und verflochten.

Vorbild für das Design war ein alter Vogelbauer aus dem Allgäu. Die kleinen Türen sind für Futter- und Wasserwechsel, die große Tür erleichtert den Zugang.

Die große Schublade im Zwischenboden bewahrt Zubehör auf. Gebaut unter Verwendung von Japansägen und Handhobel, Anstrich mit Old-fashioned Milkpaint in Sea green.

Autor: Uta Jordans

Stummer Diener

Immer wenn ein Kleidungsstück nicht sofort gewaschen werden soll, aber auch nicht gleich in den Schrank gehängt wird, ist ein Stummer Diener ein zuverlässiger Helfer.

Ohne Murren kümmert er sich um die Kleidungsstücke, die ihm anvertraut wurden. Er wurde aus massiver Buche gefertigt.

Die Holzverbindungen sind traditionell hergestellt, also Schlitz und Zapfen oder schwalbenschwanzförmige Kämmung/Überblattung (regional auch „Einzinker“). Damit der Diener nicht die „Grätsche“ macht, werden seine Beine durch ein flaches Gurtband auf einen maximalen Abstand gehalten. Wie ich höre, leistet er geduldig seinen Dienst. Neben den üblichen Maschinen wurde für die Herstellung Lochbeitel und ein Grundhobel verwendet.

Das Oberflächenfinish erfolgte mit Danish Oil.

Autor: Peter Gwinner

Nachbau eines historischen Stuhles

Hier baute ich einen Stuhl nach historischem Vorbild aus Eiche. Die Verbindungen sind klassisch, Schlitz und Zapfen.

Die Sitzfläche wurde mit Kalbsleder bespannt. Eine besondere Herausforderung war die Nut entlang der Lehne. Sie wurde mit einem speziell hergestellten Profilschabhobel vorgearbeitet und mit einer passend zugefeilten Ziehklinge verputzt. Die Holzteile wurden gebeizt, geölt und gewachst.

Autor: Peter Gwinner
Autor: Marcus Tschage
Autor: Michael Ruf

Ein kleiner Hocker

Ein kleiner Hocker leistet wertvolle Dienste im Haushalt: egal ob durch das Älter werden das Einräumen der Waschmaschine schwerer fällt oder das oberste Regalbrett einfach zu weit oben ist.

Für die Sitzfläche wurden Bretter aus Fichte abgerichtet und verleimt und am Ende geputzt. Die Beine wurden aus Kanthölzern mit ca. 4 x 4 cm gefertigt und erhielten zusammen mit den Zargen eine klassische Schlitz- und Zapfenverbindung. Die Zapfen wurden etwas abgesetzt, um mehr Material um den Schlitz herum zu belassen. Die Sitzfläche wurde in der Mitte mit einem Griffloch ausgestattet. Die Verbindung zwischen Gestell und Sitzfläche ist mit L-förmigen Klötzchen ausgeführt, die an der Sitzfläche verschraubt sind und in Schlitze an der Innenseite der Zargen greifen.

Als Werkzeuge wurden verschiedene DICTUM-Hobel, Ziehklingen, Forstnerbohrer, Stemmeisen, Lochbeitel, Raspeln, Feilen und Schleifleinen benutzt. Die Oberfläche wurde mehrfach mit Danish Oil behandelt.

Autor: Peter Gwinner

Aufbewahrungsbox für Lochbeitel

Für meine Lochbeitel benötigte ich eine Aufbewahrungs- und Transportbox. Die Nadelholz-Brettchen wurden mit Fingerzinken verbunden, Boden und Deckel eingenutet.

Für die Griffe der Beitel wurden in eine Buchenleiste Löcher mit 30 mm Durchmesser gebohrt und diese dann längs halbiert. Eine weitere Leiste mit Aussparungen entsprechend den Eisenquerschnitten hält die Beitel an Ort und Stelle.

Als Werkzeuge wurden u.a. DICTUM Stemmeisen (lange Bauform), eine Dozuki Universal Compact 180, eine Knew Concepts Laubsäge (125 mm), Schlichthobel Nr. 4½, Simshobel, Einhandhobel (alle von DICTUM), Fisch Wave Cutter Forstnerbohrer sowie ein Veritas Falzhobel eingesetzt.

Autor: Peter Gwinner