Archiv der Kategorie: Traditionelle Techniken

Stemmeisen mit laminierter Schneidlage

@thomkinzel

Seit langem bin ich von japanischen Stemmeisen begeistert, nun habe ich mich selbst am Schmieden versucht. Entstanden ist eine Mischung aus japanischem und europäischem Stil. Die Schneidlage besteht C100 Stahl, feuerverschweißt auf Baustahl. Die Spiegelseite ist flach, ohne Ura. Anschließend in Öl gehärtet und im Backofen wärmebehandelt. Das Heft habe ich aus Flieder gedrechselt, anschließend geölt und gewachst. Zwinge und Schlagring entsprechen dem japanischen Vorbild.

Autor: Thomas Kinzel

Weihnachtsgeschenk

Ich habe einer Damastklinge von DICTUM einen Griff verpasst. Als Griffmaterial habe ich ein 30 Jahre altes Stück Kirschbaumholz verwendet. Dieses Stück ist unglaublich hart geworden und hat einiges an Schleifarbeit erfordert. Zwinge MessingBüffelhornVulkanfiber. Die Messerscheide wurde aus 3 mm Rindsleder gefertigt – punziert und mit Sattlernaht handvernäht, rot eingefärbt.

Autor: Wantschura Herbert
Autor: Christoff Guttermann

Blumen-Marketerie

HuehnleinKulmbach

Für dieses kleine, kurvenreiche Motiv entschied ich mich für die Sägetechnik und benutzte lediglich 3 verschiedenfarbige Furniere (Kirsche, Eiche, Mahagoni). Zunächst wurden die Furniere durch Wasserdampf und Pressen geglättet, ansonsten gelingt die Furnierarbeit nicht. Nach dem Aussägen hat man bei drei verschiedenen Furnieren drei verschiedene Möglichkeiten, das Motiv zu legen. Nach dem arrangieren werden zum Verrutschen gefährdete Bereiche mit Fugenleimpapier verklebt und das Motiv auf eine Trägerplatte aufgeleimt. Hier sollte kein Leim durchschlagen, ansonsten bekommt man nur schwer entfernbare Flecken. Anschließend kann die Marketerie geschliffen und die Oberfläche mit der Schellackpolitur aufbereitet werden. Ich entschied mich für die klassische Französische Politur und füllte die Poren der rauen Mahagoni und die im Furnier entstandenen Fugen mit Bimsmehl und 40% verdünnter Schellacklösung. In der Schlusspolitur nutzte ich Kamelienöl und meine selbst angesetzte Stammlösung.

Autor: Fabio Hühnlein
Autor: Marina Frey

Noch ein Streichmaß

Paul Sellers und Rex Krüger stellten in ihren YouTube-Kanälen zuletzt eine Variante vor, die ohne Schraube zum Feststellen auskommt: an einem Rundstab wird eine keilförmige Aussparung ausgearbeitet, der innenliegend im Griff die Stange mit dem Messer oder Dorn arretiert. Dieses Streichmaß baute ich mit Material aus der Restekiste nach: Walnuss und Ahorn. Als Dorn dient ein Stahlstift, bei dem der Kopf entfernt wurde. Der Griff ist 2,5 x 5 x 7,5 cm groß, Die Stange hat einen Querschnitt von 19 mm x 22 mm, der Dübel mißt 10 mm im Durchmasser. Verwendetes Werkzeug waren verschiedene Handhobel, Handsägen, Streichmaße, Stemmeisen, eine Lie Nielsen Dübelplatte und Forstnerbohrer. Als Oberflächenbehandlung wählte ich Leinölfirnis.

Autor: Peter Gwinner

Klemmhilfe Hobel

Diese simpel aufgebaute Klemmhilfe ist ein guter Helfer unterwegs und in Bastelkellern, in denen eine anständige Hobelbank fehlt. In die Hobelhilfe können dünne Leisten genauso wie breitere Rahmenhölzer eingespannt werden, sodass diese mit dem Handhobel sicher abgehobelt werden können. Bei Bedarf kann die Klemmhilfe mit einer Schraubzwinge noch an einem Tisch befestigt werden. So können kleinere Leisten, welche sonst gefährlich zum Hobeln sind, sicher gehalten werden. Bei sehr unebenen Hölzern ist diese Klemmhilfe einer Bankzange sogar vorzuziehen, da das Werkstück durch die vollflächige Auflage auf dem Boden meist sicherer eingespannt werden kann.

Autor: Fabio Hühnlein

Thonet Freischwinger

Thonet produziert diesen Stuhl nach dem Entwurf von Marcel Breuer. Eine Stahlrohrkonstruktion in Verbindung mit Sitzfläche und Lehne. Das Wiener Geflecht ist in diesem Fall mit einem Nut-/Federsystem eingeleimt. Die Nut kann vorsichtig mit dem Foredom Schnitzaufsatz geöffnet werden. Dann muss eine neue Geflechtmatte eingeleimt werden. Diese wird im feuchten Zustand verarbeitet. Um eine möglichst hohe Qualität zu erreichen, spanne ich die Geflechtmatte vor der Verarbeitung auf einen Rahmen und tausche z.B. gespaltenes Rohr aus. Material und Werkzeug: Geflechtmatte, Peddigrohrschiene, Keile, Leim, Polsterhammer, Schraubzwingen.

Autor: Marina Frey

Gründerzeitstuhl mit Wiener Geflecht

Material: Stuhlflechtrohr 2,0mm für die Längs- und Querschichten Stuhlflechtrohr 2,2mm für die Diagonalen Stuhlflechtrohr 3,3mm für die Umrandung. Werkzeug: Polsterhammer, spitze Ahle, flach gebogene Sattlerahle, Kombizange, Haltekeile, Hautleim, Holznägel. Das Geflecht wird schrittweise in die Sitzfläche eingezogen und verknotet. Bei der Lehne wird das Geflecht mit Hautleim eingeleimt. Sowohl bei der Sitzfläche als auch der Lehne werden erst Spannschichten eingezogen, die die Basis für das Geflecht bilden. Erst danach kann geflochten werden. Das Material wird feucht verarbeitet.

Autor: Marina Frey

Kombi-Stoßlade

Kürzlich zeigte der YouTube-Kanal von DICTUM den Bau zweier Stoßladen.

Die Pläne lud ich von der DICTUM-Homepage herunter. Meine Version kombiniert nun beide Versionen zu einer Stoßlade, mit dem Kompromiss, dass die Länge der bearbeiteten Teile durch die Führung für die Gehrungslade beschränkt ist, was aber in der Regel kein Problem ist, da die Objekte meist klein sind und weitere Stoßladen zur Verfügung stehen.

Auf der Hobelbank kann sie mit Zwingen oder in der Hinterzange fixiert werden. Bei schwierigen Hölzern kann auch auf Zug gehobelt werden; dazu ist der ggf. vorhandene Hot Dog der No 62 zu entfernen.

Autor: Peter Gwinner