Archiv der Kategorie: Traditionelle Techniken

Hobel „mitre plane“

@the.makening

Mein erster Hobel aus Metall. Ist ein kompliziertes, langwieriges kleines Projekt aber wärmstens zu empfehlen. Das Produkt ist unschlagbar und auch der Prozess macht durchaus Spaß, auch wenn es manchmal frustrierend sein kann, die perfekte Passung zu kriegen. Auch im Metallbereich gibt es Schwalbenschwänze. Der ganze Hobel ist rein mechanisch zusammengesetzt; kein Löten oder Schweißen, nur Vernietungen. Sole aus Bronze, Korpus aus Kupfer (wobei das im nachhinein zu weich ist, zumindest bei 3mm stärke), Infill aus Cocobolo. Diese Art von Hobel und Konstruktion ist hierzulande unbekannt, entstammt aber einer über 300 Jahre alten Tradition in England. Für Interessierte empfehle ich die Namen Konrad Sauer, Bill Carter, DAED toolworks und Oliver Sparks.

Autor: Melvin Kaczmarczyk

OSHIBAKO | 押し箱

bernd_von_berndwerk

Ein Oshibako (押し箱) ist eine Form aus Zypressenholz für traditionelles gepresstes Sushi, sog. Oshizushi. In diesem Projekt habe ich ein Oshibako ausschließlich mit Handwerkzeugen aus grobem Holz herausgearbeitet! Meine japanischen Sägen (Dozuki & Ryoba), das Streichmaß, verschiedene Stechbeitel und sogar das Ebenholz für die Füße sind von DICTUM. Außerdem nutze ich einen Stanley Bankhobel Nr. 62. Mich gibt es auch auf YouTube, wo ich die Herstellung in einem sehenswerten Video dokumentiert und die Funktionsweise des Oshibakos in Theorie und Praxis demonstriert habe: https://youtu.be/-7m59j3gAHM

Autor: Bernd Lappé

Mattengeflecht

Bei diesem Stuhl handelt es sich um ein Mattengeflecht als Sitzfläche. Das Flechtmaterial, in diesem Fall 4,5mm breit) wird angefeuchtet und direkt um die Stuhlzarge gewickelt. Damit kein Hohlraum entsteht, wird der Stuhl zwischen den Zargen ausgepolstert (in diesem Fall mit Afrik). So entsteht eine stabile und ästhetische Sitzfläche. Material und Werkzeug: Federleinen, Afrik, Polsterhammer, Kombizange, Arterienklemmen, Flechtmaterial 4,5mm, Ahle, Polsternadeln

Autor: Marina Frey
Autor: Marina Frey

Armlehnstuhl mit Wiener Geflecht

Dieser Stuhl hat die Besonderheit, dass es in einer Ecke (auf dem Bild links hinten) kein Eckloch gibt, durch die das Flechtrohr gezogen werden muss. In einem Eckloch enden immer zwei Diagonalen. Das heißt diese beiden Diagonalen müssen auf die benachbarten Bohrungen aufgeteilt werden. So enden in beiden Löchern neben einem gedachten Eckloch zwei Diagonalen. Zudem hat der Stuhl hinten weniger Löcher wie vorne. Man kann erkennen, wie das in diesem Fall gelöst wird, dass es optisch harmonisch aussieht. Das Geflecht hat keine Umrandung, deshalb werden alle Bohrungen mit Holznägelchen verschlossen. Material und Werkzeug: Stuhlflechtrohr, verschiedene Ahlen, Kombizange, Haltekeile

Autor: Marina Frey

Eckstuhl mit Wiener Geflecht

Dieser Schreibtischstuhl hat die Besonderheit, dass aufgrund der Form 3 Ecken und eine Rundung ausgeflochten werden muss. Es muss immer so geflochten werden, dass sich für das Auge eine gewisse Symmetrie ergibt. Hier wurden aufgrund der Lage der Bohrungen kürzere Flechtrohrschienen eingefügt. Auch hier wurde das Flechtrohr nicht eingeleimt, sondern es wurde mit langem Rohr geflochten, das Schlaufen unterhalb der Sitzfläche entstehen. Werkzeug und Material: verschiedene Ahle, Kombizange, Holzstifte, Haltekeile, Stuhlflechtrohr, Polsterhammer

Autor: Marina Frey

Einfaches Wiener Geflecht

Bei diesem Stuhl handelt es sich wohl um die einfachste Variante des Wiener Geflechts. Denn rechts und links und vorne und hinten sind jeweils gleich viele Bohrungen, durch diese das Flechtrohr gezogen werden muss. Ich habe ein Bild eingefügt, wie der Stuhl von unten aussieht. Man erkennt die Schlaufen, die sich beim Flechten bilden und die Knoten, wenn ein Flechtrohr endet bzw. ein neues eingesetzt werden muss. Optimal ist, wenn die Schlaufen gleichmäßig unter der Sitzfläche verteilt sind und sich so ein sauberes Bild ergibt. Werkzeug: verschiedene Ahlen, Zange, Haltekeile, Stuhlflechtrohr in zwei verschiedenen Stärken (denn traditionell sind die Diagonalen in einem breiteren Flechtrohr geflochten als die Längs- und Querschichten), Holznägel

Autor: Marina Frey

Trapezförmige Sitzfläche mit Binsengeflecht

Dieser Stuhl wird mit Doppelreihen so geflochten, dass das entstehende vordere Trapez wesentlich größer ist als das hintere. Seitlich entstehen so zwei schmale Dreiecke. Die feuchte Binsenschnur wird hierbei von Zarge zu Zarge gewickelt. Der Hohlraum, der entsteht, wird mit trockenen Binsen ausgepolstert. So entwickelt sich mit jeder Flechtrunde eine stabile Sitzfläche . Werkzeug: Binsenschnur, Hammer, Keil, Stopfholz, Pfriem

Autor: Marina Frey

Bett mit doppelwandigem Geflecht

Ein doppelwandiges Geflecht findet man manchmal bei Sesseln und Sofas, in diesem Fall ein Bett, selten auch bei Stuhllehnen. Wie das Geflecht auszusehen hat, bestimmen die gebohrten Löcher am Rand. Wird bei Sacklöchern nur eine Seite der Lehne geflochten, ist dies bei durchgehenden Löchern oftmals nicht der Fall. Die Innenseite des Rahmens und Außenseite wird quasi gleichzeitig geflochten: Das Flechtrohr, das auf der Innenseite nach oben führt, wird auf der Außenseite von oben nach unten gezogen (Entsprechendes bei den Waagerechten und Diagonalen). So entsteht auf beiden Seiten eine Umrandung des Geflechts aus straffen Schlaufen, die wie eine Linie wirkt.

Autor: Marina Frey

Geflecht Halbsonne

Das Geflecht in der Lehne des Stuhls erinnerst sowohl an das Wiener Geflecht als auch an eine aufgehende Sonne. Fast spinnwebartig wird es in die Stuhllehne eingeflochten. Der Holzrahmen und die Löcher setzen fest, wie die aufgehende Sonne auszusehen hat. Entsprechend werden erst Spann- und Flechtschichten „eingezogen“. Material und Werkzeug: Stuhlflechtrohr, Kombizange, Ahle, Knochenleim, Holznägel.

Autor: Marina Frey