Archiv der Kategorie: Traditionelle Techniken

Zugstangen – draw bore pins

Die Idee, auf Zug verdübelte Schlitz- und Zapfenverbindungen vor dem Zusammenbau testen und ggf. nacharbeiten zu können, gefiel mir. Das notwendige Werkzeug sind draw bore pins. Das Loch im Zapfen sollte gegenüber dem im Schlitzteil ca. 1 mm in Richtung Schulter versetzt sein. Rundeisen mit 8 mm Durchmesser wurden zunächst an einer „Seite“ auf einer Länge von 10 cm um 1,5 mm abgeflacht sowie zweimal, um 90° verdreht, auf einer Länge von 5 cm. Anschließend wurden die scharfen Kanten rund geschliffen, so dass am Anfang ein runder Querschnitt (ca. 6,5 mm) entstand, nach 5 cm war es ein Oval mit 6,5 mm / 8 mm. Nach 10 cm ist der volle Querschnitt erreicht. Treibt man dieses Werkzeug mit einer Drehbewegung durch die Löcher, so werden die Teile nach und nach dicht zusammen gezogen. Die pins wurden mit dem Ballistol Brünier-Set geschützt, die Griffe aus Esche gefertigt und mit Danish Oil behandelt. Die pins wurden mit Bindulin Duo-Col Zweikomponentenkleber in den passenden Löchern fixiert.

Autor: Peter Gwinner
Autor: Dominic Krebs
Autor: Matthias Kamping
Autor: Marina Frey
Autor: Marina Frey

Buntgeflecht

@stuhlgeflecht.allgaeu

Die Lehne dieses Bugholzstuhls der Firma Kohn war erhalten, die Sitzfläche wurde rekonstruiert. Das Geflecht wurde hier nicht durch Bohrungen gezogen, sondern auf einen Einlegerahmen genagelt. Aufgrund der Nagelspuren und des bestehenden Geflechts der Lehne konnten die Abstände der Flechtrohre dem Original nachempfunden werden. Sowohl die Farbanalyse, das Färben der Rohre, als auch das Flechten hat das Bayerische Fernsehen dokumentiert.

Autor: Marina Frey
Autor: Marina Frey
Autor: Fabio Hühnlein

Reparatur Bankzange

Meine Bankzange ist über die Jahre der intensiven Verwendung ziemlich ausgeschlagen, sodass sie nicht mehr sauber parallel zur Hobelbank spannt. Nachdem ich die Laufschienen erneuert habe und das Spiel immer noch zu groß war, ist mir eine Idee zur einfachen Verbesserung der Bankzange gekommen: Aus einer großen Unterlegscheibe und einer Gewindeschraube schweißte ich überdimensional große Rändelschrauben. Im unteren Bereich der Spannzange bohrte ich zunächst mit dem 50er Forstnerbohrer eine Vertiefung, anschließend habe ich ein Einschraubgewinde mittig eingebracht, in dem die Rändelschraube läuft. Nun kann – sollte ein starker Anpressdruck benötigt werden – die Rändelschraube rausgedreht werden, liegt dann an der Hobelbank an und hält die Bankzange parallel.

Autor: Fabio Hühnlein

Holzkreuz

Von der örtlichen Kirchengemeinde habe ich den Auftrag bekommen, für den Kreuzweg am Karfreitag ein Holzkreuz anzufertigen.

Ich habe mich entschieden hierfür nur traditionelle Fertigungstechniken zu verwenden. So richtete ich das sägeraue Holz zunächst mit der Rauhbank ab. Anschließend wurde die Kreuzüberblattung mit der Gestellsäge eingesägt und mit dem Zimmermannsbeitel ausgestemmt.

Mit der Stoßaxt verputzte ich den Nutgrund vor dem Zusammenpressen der Holzverbindung. Da ich keinen Leim verwenden wollte, sicherte ich die ohnehin schon stramm sitzende Holzverbindung mit zwei handgemachten Dollen. Diese wurden aus einem Eichebohlen mit der Gestellsäge, einem Simshobel und einem Stemmeisen herausgearbeitet.

Autor: Fabio Hühnlein